Neuen Computer einrichten: 9 einfache Tipps für Dummies

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9 einfache Tipps für DummiesIch bin ein Computer-Dummie. Ein fortgeschrittener immerhin, aber eben kein Profi. Das liegt vor allem daran, dass ich es weitgehend vermeide, Tutorials zu lesen. Durch Anleitungen blättere ich nur dann, wenn es unumgänglich nötig ist. Und dann auch nur so lange, bis ich die drei Stichworte glaube gefunden zu haben, die mir weiterhelfen. Deswegen habe ich in den letzten gut 20 Jahren – ungefähr so lange besitze und bediene ich Computer – nach dem Versuch-und-Irrtum-Prinzip eine Menge gelernt.

Jetzt habe ich nach zwei Jahren wieder einen neuen Haupt-Computer für mein Büro gekauft und eingerichtet. Der alte war einfach für die vielen verschiedenen Anwendungen, die bei mir im Hintergrund laufen, zu schwach geworden und ging häufig mal in die Knie. Ungeplante Wartezeiten aber sind in meinem Job unerquicklich, besonders wenn sie gerade dann eintreten, wenn ein besonders eiliges Projekt ansteht. Da es gerade erst frisch geschehen ist, weiß ich noch genau, wie ich vorgegangen bin. Und auch welche Fehler ich hätte vermeiden können. Hier sind meine Tipps aus eigener Erfahrung. Keine Computerfachkraftratschläge. Sondern welche von einem Dummie für andere solche. (Falls Sie sich übrigens fragen, warum ich das überhaupt selbst mache und nicht jemanden für mich erledigen lasse: Erstens hilft es mir, technische Zusammenhänge zu verstehen, die ich oft für meine Arbeit brauche. Zweitens macht es mir, auch wenn Outsourcen bestimmt effektiver wäre, einfach Spaß.)

1. Wechseln, bevor es zum Ernstfall kommt

Was mich bei dieser Installation sehr sicher gemacht hat, war die Tatsache, dass der „alte“ Rechner noch vorhanden und funktionstüchtig war. Daher konnte ich nach und nach alles herüberschaufeln. Dabei in alle Programme  und deren Einstellungen schauen. Und war die ganze Zeit arbeitsfähig. Ist der alte Computer dagegen bereits ausgefallen und muss der neue notfallmäßig schnell funktionieren, wird es schwieriger. Daher frühzeitig auf Warnzeichen achten, die auf einen baldigen Computer-Totalschaden hinweisen.

2. Für Backups und Redundanz sorgen

Ich bin sehr auf einen funktionsfähigen Computer angewiesen. Ohne wäre ich nicht arbeitsfähig. Deswegen ist mein System gleich mehrfach abgesichert. Ich habe zu meinem Hauptrechner ein Netbook, auf dem alle wichtigen Programme und Dateien gespiegelt sind. Ich synchronisiere diese Rechner via Dropbox. Dafür gebe ich gerne um die 100 Dollar im Jahr für einen Premium-Account aus. Denn so habe ich alle Inhalte auf zwei Computern und noch einmal im Netz. Ich kann sogar noch mit meinem iPhone darauf zugreifen, auf dem ebenfalls Dropbox installiert ist. Oder eben mit jedem anderen internetfähigen Rechner. Deswegen habe ich nie wirklich Angst vor einem Ausfall. Dennoch (siehe Punkt 1): So richtig gut zum Arbeiten eingerichtet ist eben nur mein Hauptrechner.

3. Behalten, was gut ist. Erneuern, was besser werden kann

Da ich ein leistungsfähiges Gerät hatte, um alle Dateien schnell von einem Rechner zum anderen zu übertragen, habe ich leider nicht vorher sortiert, sondern erst einmal alles übertragen. Was dazu geführt hat, dass mein neuer Desktop direkt schon so unaufgeräumt aussieht wie der alte. Das muss ich also gelegentlich dringend mal aufräumen … Nächste Woche oder so. 😉 Einige Programme immerhin habe ich auf den neuesten Stand gebracht. Allerdings war das nicht bei allen ein uneingeschränkter Erfolg. Daher:

4. Versionen vor der Installation prüfen

Steigt man etwa von 32 bit auf 64 Bit um, kann es sein, dass manche Programme nicht mehr laufen. Aber es gibt auch andere Fallstricke bei neueren Versionen. Einen habe ich hier geschildert. Ganz übel ist es mir mit iTunes und meinem iPhone gegangen. Da hat das Update das iPhone mitten im Prozess abgeschossen und danach ging gar nichts mehr. Jetzt habe ich es wieder funktionsfähig, aber dafür mit den Werkseinstellungen. Aber das hat Stunden gedauert, und ich muss jetzt erstmal alle Einstellungen wieder vornehmen und Apps neu laden. Bei anderen Programmen habe ich ebenfalls die Gelegenheit zum Update genutzt, ohne Probleme, wie beim SuperMailer.

5. Jemanden kennen, der helfen kann

Für den Fall der Fälle  wusste ich einen Nicht-Dummie, der hätte einspringen können, wenn etwas völlig versagt hätte. Nichts ist blöder, als wenn mitten im Prozess womöglich alles zusammenbricht, und dann muss man erst einmal herausfinden, wer das wieder fixen kann.

6. Vereinfachen, was einfacher geht

Beim letzten Computerwechsel vor zwei Jahren habe ich mit einer externen Festplatte gearbeitet und die Daten nach und nach herübergeschaufelt. Diesmal hatte ich „EasySuite“, eine Art USB-Stick mit zwei Steckern und einem Übertragungsprogramm. Da kann man Dateien direkt  per Drag&Drop zwischen Rechnern hin- und herziehen. Das geht viel schneller und einfacher als alle anderen Verfahren, die ich bisher ausprobiert habe. Zum Vergleich: Dropbox zeigte mir, nachdem es auch auf dem neuen Rechner aktiv war, an, dass es für die Übertragung aller Daten 26 Tage brauchen würde. Mit diesem Verbindungskabel ging es in weniger als einer Stunde. Außerdem kann man so Passwörter und Freischaltcodes auf dem einen Rechner in Textdokumente kopieren, auf den anderen herüberziehen und dann, statt sie einzutippen, mit Drag&Drop schnell einfügen. Es lohnt sich also, vorher mal zu überlegen, was man einfacher machen kann.

7. Passwörter und Logins bereithalten

Hier kam es mir sehr zu zupass, dass der alte Rechner noch komplett danebenstand. So konnte ich eine Menge nachschauen und auf dem anderen neu einrichten. Immer ging das aber auch nicht. Ich bin leider schlampig im Passwörter-Notieren. Was auch daran liegt, dass ich ein gutes Gedächtnis habe und immer denke, dass ich sie mir so merken kann. Aber wenn man etwas zwei Jahre nicht gebraucht hat, ist es eben doch oft vergessen. Einige Passwörter musste ich neu anfordern. Die wichtigsten hatte ich aber jeweils irgendwo in Textdokumenten abgelegt und habe auch tatsächlich alle wiedergefunden. Aber jetzt werde ich mir doch mal ein System überlegen, um das besser, aber zugleich immer noch sicher abzulegen. Das spart dann beim nächsten Mal viel Zeit.

8. Nicht sofort alles löschen

Mein alter Rechner funktioniert ja noch. In Zukunft wird er seinen Vorgänger im Besprechungsraum ablösen, wo immer ein oder zwei Computer für Gäste bereitstehen, die kein eigenes Gerät dabeihaben (Ja, sowas gibt es noch!), aber zum Beispiel eben mal ins Internet wollen oder an ihre Mails. Aber einige Wochen lasse ich ihn noch genau so hier in meinem Büro stehen. Bis ich weiß, dass der neue zuverlässig funktioniert und alles darauf ist, was ich brauche. Sechs Wochen sind bei mir ein repräsentativer Arbeitszyklus: Da habe ich alles einmal angefasst und aufgemacht, was ich in meiner Arbeit an Programmen und Funktionen brauche.

9. Erfahrungen dokumentieren

Auch wenn die Technik beim nächsten Mal schon wieder sehr fortgeschritten sein wird: Einmal alles notieren, was wichtig. Das hilft dabei, es dann gleich zügig und ohne langes Überlegen anzugehen. Was ich hiermit auch getan habe.

Haben Sie weitere Tipps? Oder eigene Erfahrungen beim Computer-Aufsetzen? Vielleicht sogar besonders dramatische oder lustige Erlebnisse? Schreiben Sie es doch hier in einen Kommentar!

3 Kommentare

  1. Pingback: Achtung, Glosse: Mein iPhone ist zurückgesetzt, und ich habe mein Leben wieder » PR-Doktor. Tipps

  2. Zum Notieren von Passworten und sonstigen Zugangsdaten nehme ich KeePass, das ist sehr sicher und lässt sich auch via Dropbox zwischen mehreren Rechnern und Smartphones abgleichen.

  3. Mit PhrasExpress hab ich vergleichbare Erfahrung. Deshalb hab ich es runtergeschmissen und stattdessen „ac´tivAid“ con ct geladen. Bin happy damit und habe es auf jedem Stick.
    Daten:
    Habe mir auf einer separaten Festplatte (kann auch eine Partition sein) Ordner angelegt, beginn mit $xyz, in denen ich alle veränderlichen Dateien abgelegt habe, auch solche aus „Dokumente und Einstellungen“. z.B. outlook.pst. Dieser Ordner wird auf ein USB-Stick gesichert (16 GB) und ist dann meine persönliche „Gloud“ zum mitnehmen auf einen 2. Rechner(Laptop). Mit dem kopieren von wenigen Ordnern mit Unter-Ordnern hab ich alles immer aktuell und gleichzeitig eine Datensicherung. (2.Stick)
    Passwörter:
    Habe mir in „note“ eine passwortgeschützte Tabelle angelegt, in der ich alle Benutzernamen und Passwörter eingetragen habe. Die Tabelle ist schnell aufgerufen und -siehe oben Daten- auch immer dabei.

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