Einkaufen, Kochen, Musikhören, Kalender: ein Tablet als “zentrale Haushaltssteuerungseinheit”

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Da sich so viele dafür interessiert haben, stelle ich hier einmal ausführlich vor, wie wir mit einem preiswerten Tablet und einigen Anwendungen in unserer Küche eine Art “zentrale Haushaltssteuerungseinheit” für unseren Drei-Personen-Haushalt eingerichtet haben. Wir managen darüber unsere Einkäufe und To-do-Listen, hören aber auch Musik via Spotify-Streaming, haben Rezepte parat, und natürlich ist damit noch eine Menge mehr denkbar. Selbstverständlich kann man auf diese Weise nicht nur Privathaushalte managen, sondern zum Beispiel auch Bürogemeinschaften etc. Dieser Beitrag ist dennoch in gewisser Weise eine Ausnahme in dem ansonsten eher beruflich orientierten Umfeld hier. Aber natürlich basiert er auf meiner Begeisterung für Technik und für die Möglichkeiten, die der digitale Wandel mit sich bringt, wie gesagt, ich komme damit dem vielfach geäußerten Wunsch nach, unsere Lösung einmal näher zu beschreiben.

Zunächst das Setting für unsere “Küchenfee” (so das Pseudonym unseres “Haushaltsmanagers”):

Technische Voraussetzungen und Einrichtung

Das Tablet als "Küchenfee"

Dazu brauchen wir an Hardware:

An Software nutzen wir derzeit auf dem Tablet:

  • die Spotify-App für das Musikstreaming via Internet.
  • Trello. Trello ist ein sehr schlankes und zugleich sehr vielseitiges Online-Projektmanagementtool, das unter anderem Pinnwände, Karten, Checklisten und Dateianhänge erlaubt. Ich nutze es auch im beruflichen Bereich für eigene Projekte sowie für die Kollaboration mit Kunden. Man kann es online im Browser nutzen, es ist aber ebenso als App für Android und iOS verfügbar. Trello sieht auf Tablets, Smartphones und PCs nahezu identisch aus und synchronisiert Änderungen in Echtzeit.
  • Googlemail-App. Das war bereits vorinstalliert
  • Firefox-Webbrowser. War ebenfalls vorinstalliert.

Zudem hat jedes Haushaltsmitglied die Trello-App auf dem Smartphone installiert.

Folgende Accounts/Benutzerkonten haben wir eingerichtet:

  • ein kostenloser Account bei Trello für das Tablet
  • pro teilnehmendem Haushaltsmitglied einen eigener kostenfreier Trello-Account
  • ein Google-Account für das Tablet (Android-Geräte muss man sowieso mit einem Google-Konto managen) mit eigener Googlemail-Adresse
  • ein kostenpflichtiger, weil werbefreier Account auf Spotify. Hier habe ich meinen persönlichen Premium-Account eingerichtet, also kein zusätzliches Abo erworben.

Einkäufe stationär und mobil managen

So haben wir es bisher gemacht

Zwei Berufstätigkeite und ein ebenfalls motorisierter Student: Bei drei Erwachsenen in einem Haushalt kann jeder mal das Einkaufen übernehmen. Doch die Abstimmung untereinander muss schon mal virtuell erfolgen, weil unter der Woche fast nie alle drei zugleich im Haus sind. Zudem hat derjenige, der gerade Zeit zum Einkaufen hat, nicht immer den Einkaufszettel dabei. Natürlich kann man sich per Mail, Telefon und Kurznachricht untereinander austauschen. Aber erstens ist das manchmal kompliziert, und zweitens wird dabei auch schnell einmal etwas vergessen.

Es ist wie immer in der Kommunikation: Die Strukturen müssen stimmen, und das tollste Kollaborationstool nützt nichts, wenn nicht die Motivation und Selbstorganisation vorhanden ist. Wissen muss man daher, dass das Führen eines Einkaufszettels und die Vorratshaltung bei uns schon immer gut funktioniert haben: Wer etwas verbraucht, etwas Bestimmtes gerne haben möchte oder bemerkt, dass etwas fehlt, hat das bei uns schon immer auf den Einkaufszettel am Kücheneingang geschrieben.

So machen wir es jetzt: Trello Pinnwand

tablet-trello

Wir haben für unseren Haushalt eine Trello-Gruppe, und diese hat eine gemeinsame Pinnwann, für das unser Tablett mit dem Pseudonym “Küchenfee” der Administrator ist und die anderen als Mitglieder eingeladen hat. Wer nun ein Nahrungsmittel oder irgendeinen Haushaltsartikel verbraucht, kann diesen direkt in das “Küchenfee-Board” eintragen.

Für jedes Geschäft eine “Liste” und eine Checkliste mit typischen Artikeln

tablet-checkliste

Dazu haben wir für jeden Supermarkt und jedes größere Geschäft, in dem wir regelmäßig einkaufen, eine eigene “Liste”. Das sind Kolumen, an die man untereinander Karten anheften kann. In die Karten kann man wiederum beispielsweise Checklisten einfügen.

Auf je einer Checkliste haben wir dort alle unsere Standardartikel eingetragen, und zwar in der Reihenfolge, in der wir durch den Markt gehen. Die Reihenfolge lässt sich ganz einfach per Drag & Drop verschieben, so dass man neue Artikel, die man einträgt, auch an die richtige Stelle ziehen kann. Jeder Artikel, der “abgehakt” ist, ist durchgestrichen. Wer etwas eintragen will, entfernt also einfach das Häkchen, so dass der betreffende Artikel wieder “frei” ist. Mengenbezeichnungen lassen sich jederzeit hinzufügen oder wieder ausfügen, einmalige Einkäufe oder Aktionsware kann man eintragen und auch wieder löschen.

Zusätzlich gibt es eine Liste mit verschiedenen Karten für diverse Einkäufe in unterschiedlichen Geschäften.

Karten, die nicht mehr gebraucht werden, weil ein einmaliger Einkauf erledigt ist, werden archiviert und verschwinden so von der Pinnwand.

Einkaufen in “Echtzeit”

Da jeder von uns auf dem Smartphone – ein iPhone; zwei von uns haben Android-Geräte – die Trello-App hat, ist das Smartphone zugleich unser Einkaufszettel. Wer einkauft, hat die Trello-Checkliste geöffnet und hakt die Artikel ab, wie auf einem richtigen Einkaufszettel. Da sich Trello, wie gesagt, zwischen verschiedenen Geräten in Echtzeit synchronisiert, könnten wir alle drei zeitgleich einkaufen und würden doch nichts doppelt in den Wagen legen. Natürlich könnte man, während jemand bereits im Laden ist, auch noch Artikel ergänzen. Aber beides ist bei uns bisher noch nicht vorgekommen.

Wohl hat der “diensthabende” Einkäufer auf der Liste zum jeweiligen Geschäft schon einmal eine zusätzliche Karte mit einer Notiz angeheftet, etwa mit dem Hinweis, dass ein bestimmter Artikel derzeit nicht verfügbar ist oder noch nicht eingekauft wurde, weil er in der kommenden Woche im Sonderangebot sein wird.

Was leider keine App der Welt übernimmt, ist das Schleppen und Einräumen. Das müssen wir also weiterhin selbst erledigen. ;)

To dos und gemeinsame Aufgaben

Natürlich haben wir auf der gemeinsamen Trello-Pinnwand auch Aufgaben und To dos notiert. Diese kann man ebenfalls archivieren, wenn sie erledigt sind oder – wenn es etwa regelmäßige Täitgkeiten wie Rasenmähen sind – auf der Checkliste auch an- und abhaken.

Auch hier ist es so: Jede Checkliste ist nur so gut wie die Motivation der Beteiligten. Sagen wir es einmal so: In unserem Haushalt ist das Managen der Einkäufe eindeutig DIE große Stärke aller Beteiligten. ;)

Gemeinsamer Kalender mit Google

Google bietet auch einen Kalender an, der im Account standardmäßig enthalten und über den man auch gemeinsame Kalender und Termine managen kann. Ebenso könnte man beispielsweise einen Geburtstagskalender einrichten. Oder notieren, wann unser Haushalt mit dem Mülldienst dran ist, mit dem sich die Nachbarn monatlich abwechseln. Diese Funktion nutzen wir derzeit eher nicht. Das kann aber noch kommen.

Kochrezepte und Anleitungen

Das Setting, wie hier beschrieben, bietet viele verschiedene Möglichkeiten, beispielsweise Kochrezepte oder andere Anleitungen, die wir in der Küche brauchen, zu speichern, zentral zu verwalten und abzurufen.

  • So kann jeder sich selbst Dokumente, Dateien und Weblinks an die Küchenfee per Mail senden, was natürlich relativ antiquiert erscheint angesichts von Kollaborationstools wie Trello.
  • Auch in einem Rezepte-Board auf Trello kann man solche Dateien speichern.
  • Man kann es online managen über Dokumente in Google Drive, auf die ebenfalls alle Beteiligten über ihre eigenen Computer und Smartphones Zugang haben.
  • Natürlich können wir ebenso direkt per Browser nach solchen Rezepten und Anleitungen googlen.
  • Man könnte sogar das Tablet aus der Halterung nehmen, um einmal irgendein Rezept abzufotografieren und als Bild in den Fotos zu speichern.

Das kann sich also jeder selbst aussuchen. Weitere Optionen sind genug vorhanden.

Musik streamen und per Bluetooth über Lautsprecher hören

tablet-spotify

Abgesehen vom Haushaltsmanagement ist die “Küchenfee” auch noch unser Musik-Abspielgerät – nicht nur beim Kochen, sondern etwa auch beim Essen im Esszimmer. Überall dort, wo wir die Musik hören wollen, sind die Lautsprecherboxen mit einem Bluetooth-HiFi-Adapter verbunden, und wir starten die jeweils angesteuerte Installation mit einer der Fernbedienungen, von denen wir mehrere haben.

Auf Spotify haben wir jeder unsere Playlists und Alben, und mit meinem Account folge ich auch denen der anderen, so dass diese ihre Musik ebenfalls sehen können.

Dann muss man nur den Bluetooth auf dem Tablet aktivieren und mit dem jeweiligen Empfänger pairen. Die Reichweite beträgt, selbst durch Wände,  bis zu zehn Metern. Die Lautstärke ist an den jeweiligen Geräten recht hoch eingestellt und lässt sich dann in der Spotify-App herunterregeln.

Noch lange nicht ausgereizt!

Es versteht sich, dass wir mit den beschriebenen Anwendungen nur einen Bruchteil der Möglichkeiten ausreizen, die sich anbieten – im Grunde jede Form der Kollaboration, die man auch sonst mit mehreren Rechnern und Smartphones organisieren kann. Aber hier geht es ja wirklich um die “Bedien-Station” für den Haushalt. Für mich ist die wichtigste Verbesserung der große Komfort, mit dem wir nun unsere Einkäufe managen.

Ich freue mich über Feedback in den Kommentaren unter diesem Artikel – und natürlich auch über weitere Ideen!


Dr. Kerstin HoffmannDie Autorin: Dr. Kerstin Hoffmann berät und unterstützt Unternehmen sowie Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens in in digitalen Strategien, Public Relations und Corporate Blogging. Sie gibt Workshops, hält Vorträge und schreibt Bücher. Ihr Blog “PR-Doktor” ist laut Ebuzzing eines der führenden deutschen Blogs über digitale Kommunikation. Hier geht es zum Beratungsangebot. »

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